StartseiteUncategorizedRhein-Neckar-Zeitung vom 02.04.2008-1

Edingen-Neckarhausen (sti) „Es muss noch viel getan werden, um unsere Tradition fortzusetzen”, war die Einschätzung von Oberschützenmeister Amfried Zahner zur Situation der SG 1937 und des Schießsports in Neckarhausen. Eine Verbesserung in puncto Sportanlagen sei für die SG „durch das teure Gutachten der Gemeinde in weite Ferne gerückt”. Der Verein, der 2007 einen weiteren Schwund auf jetzt 90 Mitglieder verkraften musste, werde sich zum Gutachten und den „falschen Interpretationen” bei der Bürgerversammlung äußern.

Für Zahner war es der letzte Jahresbericht im vollen SG-Domizil. Wie angekündigt kandidierte er nicht mehr. Sein Nachfolger wurde Martin Zimmer. Er warf Schützenmeister Ralf Gember allerdings mangelnde Präsenz vor. Der SG-Vize freilich hatte auf die terminliche Überschneidungen bei beiden wöchentlichen Schießtagen für die Dauer einer Jagdausbildung letztes Jahr vor seiner Wahl hingewiesen. Wahlleiter Reinhold Schlachter gemahnte, die Differenzen doch auszuräumen. Beide sicherten sich schließlich kollegiale Zusammenarbeit zu: Gember gab dem neuen Schützenmeister als Erster die Hand zum Glückwunsch.

Zimmer übernahm auch den Posten des Pressewarts, für den Ute Gember nach den Vorwürfen gegen ihren Mann nicht mehr zur Verfügung stand. Ihr zweites Amt, das der Schriftführerin, wurde noch nicht neu besetzt. Neuer Oberschießleiter wurde Alexander Sattler. Erster Beisitzender bleibt Otfried Maaß, Gründungsmitglied von 1937 und seit über 70 Jahren aktiv. Und das bleibe so, „solang ich noch leb'”, merkte der auf die 90 zugehende zwinkernd an.

Neben ihm hörten Ehrenoberschützenmeister Werner Stahl und die Ehrenmitglieder Heinrich Knupfer, Berthold Schödler, Karl Hebling und Franz Kraus einen Extra-Beifall für ihre Vereinstreue. Für längere Diskussion sorgte Zahners Antrag, eine elektronische Standanlage anzuschaffen. Die Scheiben-Anlage auf dem (knapp) Zehn-Meter-Stand im Dach des rechten Schlossflügels sei nicht mehr zeitgemäß. Dies bestätigte Kassenwart Eberhard Netzer und schilderte die Probleme, auswärts ohne jede Trainingserfahrung auf modernen Ständen schießen zu müssen.

Vier Stände würden alles in allem etwas über 12 400 Euro kosten. Zimmer lehnte die Investition aber ab. Die SG stehe mit gerade mal drei Aktiven in der Runde, und in Edingen gebe es bald moderne Stände, auf denen auch die Neckarhäuser trainieren könnten. Überhaupt seien die vier SG-Stände nur als Ausnahme geduldet. Sechs seien das Minimum, und mit 9,50 Metern sei die Anlage zu kurz.

Der frühere Oberschützenmeister Wolf gang Dietrich riet zum Kompromiss: zwei alte Stände belassen, zwei neue einrichten. Doch zog Zahner seinen Antrag zurück, da er „nicht genügend Weitblick” bei der SG erkenne. Netzer sprach die Option eines Dachstuhlumbaues an. Geschätzte 6000 bis 8000 Euro würde er kosten, das Ja der Gemeinde vorausgesetzt. Allerdings wandte Heidi Gade, selbst SG-Schützin, ein, dass die Denkmalschutzbehörde bestimmt ein Wörtchen mitreden werde.

 

 

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